Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Sende aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen. Und du wirst das Angesicht der Erde erneuern. Gott, du hast die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in diesem Geist erkennen, was recht ist, und allzeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

… heißt es in einem Gebet. Wer aber sind die Gläubigen? Wie kommen wir selbst dazu, gläubig zu sein? Wie können andere Menschen gläubig werden? Das Reich Gottes ist „nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36), woraus sich eine Problematik ergibt. Menschen etwas zu vermitteln, was sich unseren Begriffen entzieht. Vor allem brauchen wir Gottes Gnade. Für uns selbst und für andere Menschen.

Als nächster Punkt unser Handeln, unser Leben. „Das Zeugnis des christlichen Lebens selbst und die guten in übernatürlichem Geist vollbrachten Werke haben die Kraft, Menschen zum Glauben und zu Gott zu führen.“ (II. Vat. Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 6.) Weil wir darin immer wieder scheitern, braucht es die Ehrlichkeit, damit umzugehen. Nicht die religiöse Eitelkeit soll uns die Demut auf unseren Lippen tragen lassen, sondern ehrliche Demut im Umgang mit sich und anderen Menschen, die keine Angst hat zu bekennen, dass wir immer wieder Fehler machen. Dabei hilft uns nicht das Gründen von Räten und Gremien in einer Institution. Das ist bestenfalls etwas für unser eigenes Gewissen. Im schlechten Verständnis von TEAM – Toll, ein Anderer machts – können wir uns Räte und Gremien in unseren Lebenslauf schreiben, ihre Gründung wie auch unsere Teilnahme an ihren Sitzungen, es befreit uns niemals von der ehrlichen Demut im Umgang mit anderen Menschen, von unserem Bekennen, sündige Menschen zu sein und von unserem eigenen Wachsen in Heiligkeit durch die Sakramente der katholischen Kirche.

Als nächstes die Bildung. Wie möchten wir anderen Menschen von dem erzählen, was wir glauben, wenn wir selbst nicht wissen, was wir glauben? Der katholische Analphabetismus geht stellenweise so weit, dass Bischöfe für das Feiern der heiligen Messe angegriffen werden. Weil man aus der Messe Politik macht. Nicht mehr versteht, dass die Messe, selbst wenn sie allein gefeiert würde, vom Zelebranten immer in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche ausgeführt wird. Die Zeichen der Zeit sind, dass Kirche nicht mehr verstanden wird. Das mag auch daran liegen, dass ein Großteil ihrer dogmatischen Formeln aus der Verteidigung des christlichen Glaubens gegen Anfragen aus der griechischen Philosophie stammen und selbst der Entstehungsprozess vieler Dogmen gezeigt hat, dass unsere Sprache nicht ausreichend ist, um ein Mysterium angemessen zu beschreiben – nicht zuletzt es nicht möglich ist, sie zu begreifen, sie mit dem Verstand zu umfassen. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Wir brauchen dringend eine Sprache, mit der wir die dogmatischen Grundsätze unserer Kirche neu erklären und vermitteln können. Während sich der synodale Weg für knapp 6 Millionen Euro eine Selbsterfahrung des eigenen Heilsweges gönnt, bleiben die Kirchen leer. Es ist wichtig, dass wir wieder lernen, unseren Glauben zu erklären, dass unsere Kirche Gelder in die Verkündigung investiert, in die Lehre, die Katechese.