Warum schreibt Joseph Ratzinger in Der Gott Jesu Christi. Betrachtungen über den Dreieinigen Gott „Im Gebet Jesu wird uns das Innere Gottes selbst sichtbar, wie Gott selber ist“ ?

Können wir wirklich in der Inkarnation der 2. Person das Innerste Wesen Gottes erfahren? Darüber lohnt es sich nachzudenken…es in seine Betrachtung aufzunehmen.

Im Vater Unser offenbart Jesus seine eigene Beziehung zum Vater… er spricht ihn an: „Abba!“. Diese sehr liebevolle, persönliche Beziehung kennzeichnete sein Gebetsleben. Als Kinder Gottes sollen wir lernen, in dieser Weise zu beten; nicht wie andere Religionen, die Jesus für sich instrumentalisieren und gewisse Äußerlichkeiten für sich beanspruchen. Sondern im Sinne der Beziehung zum Vater, die uns Jesus zeigt.

Ratzinger zeigt in seinem Text auf, dass die Sohnschaft unweigerlich mit der Vaterschaft verbunden ist. In der Sohnschaft Jesu erkennen wir, was das Herz Gottes ist: seine Vaterschaft. Und seine Liebe, die zwischen Vater und Sohn. Es ist keine äußerliche Vaterschaft, vielmehr wohnt sie Gott inne, sie ist sein wesentliches Merkmal, denn Gott ist in sich Beziehung und ist schon von Ewigkeit her der liebende Vater.

Wenn wir davon sprechen, dass der Sohn Gottes Mensch wurde, dann zeigt uns dieser Sohn das Herz Gottes, sein Vatersein (Joh 12,45).